Sonntag, Dezember 06, 2009

Eine andere Seite...


Am Samstag war ich in Neuss und habe diese Herren gesehen, gehört und persönlich kennengelernt. Um halb acht am Sonntagmorgen waren wir zu Hause, Grejazi und ich. Locker hätte ich mich noch bis zum Mittag weiter unterhalten können. Fühlte sich jedenfalls so an.
Die kommen aus Kulmbach. Womit ich der Liste "meiner" mehr oder weniger südlich von mir wohnenden Deutschländer nun um ein paar Oberfranken ergänzen kann. ;)))

Dienstag, Dezember 01, 2009

Vom Leib schreiben...

...werde ich mir nun diese Geschichte hier, nachdem ich sie lang' genug gedreht, gewendet und erzählt habe.

Als ich am vorigen Freitag in Wind und Wetter mit meiner Freundin den Gemeindebrief austrug, bekam ich auf dem Handy einen Anruf von der Schule. Die Sekretärin bat mich, M. abzuholen. Als ich ihn am Telefon hatte, erzählte er weinend, dass er von einem Klassenkameraden, Y., nach dem Sportunterricht in der Umkleide gewürgt worden ist. Zunächst mit der Hand am Hals gegen die Wand, dann im Schwitzkasten. Sehr schlimm war auch, dass alle anderen Jungen nur zusahen. Erst J., der als letzter in die Umkleide kam, griff sofort ein, befreite M. und ging mit ihm zur Sportlehrerin.

Ich habe dann mit M. auf dem Schoß im Sekretariat gesessen und wir haben beide geweint. Mir kommen jetzt noch die Tränen. Seine Klassenlehrerin, Frau A., kam dazu und versicherte mir, dass die Schule sofort in dem Sinne aktiv geworden ist, dass ein solcher Übergriff nicht geduldet wird, sprich, einen Tadel erteilt (der ein vollwertiges Rechtsmittel ist!) und Y.'s Eltern hinzuzieht.

Jedenfalls ließ ich mir im Sekretariat gleich die Unterlagen für eine Unfallanzeige mitgeben (ich habe M. später gesagt, dass das kein "UNFALL" war und Versicherungen bloß keine gescheiteren Formulare haben) und zu Hause legte ich M. erst mal auf die Couch. Er klagte über ein Druckgefühl am Kehlkopf und Bauchweh (wie auch nicht?!) und war einverstanden, zum Arzt zu fahren. Erst mal haben wir aber ein bisschen durchgeatmet, und ich habe ihm eindringlich erklärt, dass er, was immer er gesagt oder getan hat, niemals Schuld ist an diesem Angriff. Er hat mir versichert, er habe nur 'rumgealbert und gar nicht mal Y. gemeint damit. Er habe so getan, als hätte er seine eigene Hand nicht mehr unter Kontrolle und diese wolle ihn erwürgen und daraufhin sei Y. auf ihn losgegangen. Ich glaube ihm das genau so, wie er das erzählt hat.

Es ist noch am Freitag in der Klasse darüber gesprochen worden, aber M. hat auch gesagt, dass er seiner Lehrerin nicht erzählt hat, wie schlimm er fand, dass ihm niemand geholfen hat. Inzwischen weiß Frau A. das aber. Und ich habe M. erzählt, dass es ja vielleicht auch sein könnte, dass die anderen viel zu erschrocken waren, sozusagen vor Schreck erstarrt. Y. hat keine Erklärung geben können und sich nach M.'s Empfinden sehr widerwillig entschuldigt. Ich selbst habe Y. nicht gesprochen noch gesehen.

Zu Hause jedenfalls hatte ich einiges zu telefonieren, die Sprechstundenhilfe von unserem Hausarzt sagte mir, ich solle direkt ins Krankenhaus fahren. Meine gleich nebenan wohnende Schwägerin hatte frei und hat mir sehr geholfen. Nachdem also der Waffelteig einen Weg zu J. und dem Weihnachstmarkt fand (wo ich mit ihm hätte stehen und Waffeln für einen guten Zweck verkaufen sollen), mein Schwiegervater später seinen Enkel von dort abholte und B. von der Mutter einer Klassenkameradin vom Schulbus abgeholt werden konnte, hatte ich den Kopf frei ;)

Im Krankenhaus waren wir zuerst in der chirurgischen Ambulanz, dann bei einer sehr netten Kinderärztin, die ganz auf M. eingegangen ist. Sie hat seinen Kehlkopf mittels Ultraschall untersucht und wir haben sehr viel mit ihr über alles gesprochen. M. fing immer wieder zu weinen an. Aber als wir mit den Untersuchungen soweit fertig waren, hatten wir beide ordentlich Hunger und gingen erst mal in die Kantine des Krankenhauses. Da ging es ihm insgesamt schon ein bisschen besser.

Als ich dann schließlich mit allen Kindern wieder zu Hause war, war's auch schon Zeit, mit den selbstgebackenen Plätzchen zum Adventlesen aufzubrechen. M. wollte zu Hause bleiben und J. sich um ihn kümmern. Da Grejazi ohnehin wenig später nach Hause kam, war es für mich in Ordnung, die beiden allein zu lassen - auch wenn ich da jetzt beim Hinschreiben ein Störgefühl habe. Übers Wochenende haben Grejazi und ich auch immer wieder über den Vorfall gesprochen.

Abends hatte ich dann den Eindruck, dass es M. so gut ging, wie es nach einem solchen Erlebnis überhaupt gehen kann. Ich jedenfalls war so voller Adrenalin, dass ich dann doch noch bis spät zu einem geselligen Abend zu Freunden ging.

Am Samstag haben wir zusammen ein neues Fahrrad für M. gekauft, das war ohnehin für diesen Tag geplant. Sonntag hatten wir dann J.'s Geburtstagsfeier mit der Familie und M. war über Mittag auf einem Geburtstag eines Klassenkameraden, auf dem auch andere Jungen aus seiner Klasse eingeladen waren. Y. aber nicht. Ich glaube, dass die Jungen M. auch noch sehr aufgebaut haben, insofern traf sich das gut, dass sie vor dem Montag alle nochmal zusammen sprechen konnten.

Ich habe auch mit beiden Jungs über mögliche Rachegelüste gegenüber Y. gesprochen und beide waren da sehr verständig. In der Schule wird noch ein weiteres Gespräch stattfinden.

Die Geschichte ist mir sehr nahe gegangen und ich sehe, dass es Zeit gebraucht hat, sie zu verdauen. Wieviel mehr Zeit braucht M.?

Die vollkommene Krönung des Ganzen ist, dass M. gestern mit Tränen in den Augen aus der Schule kam, weil er beim Wichteln Y.'s Namen gezogen hat. Dass er diesen aber auf der Weihnachtsfeier der Klasse beschenkt, kommt überhaupt gar nicht in Frage. Da müssen nun die Lehrer 'ran.

Wie mich das freut ^^



Da

könnt'

ich

ja

glatt

auf Ideen kommen...

Montag, November 30, 2009

Was mir mein Orakel heute rät...

Hach! Ganz meine Meinung. Meine Bronchien ärgern mich. Seit gestern verliere ich wieder Blut. Und Außerdem ist Montag... einen schönen Wochenstart allerseits!

Sonntag, November 29, 2009

Ich kann nich' anders...

...als mal wieder Luisa Francia zu zitieren, die dies hier heute früh in ihr Online-Tagebuch geschrieben hat:

"natürlich werden wir alle manipuliert und betrogen, aber es ist doch langweilig, sich darüber zu beklagen. wahrnehmen! strategien entwickeln!"

Denn es passt einfach zu gut zu meiner eigenen Haltung.

Mittwoch, November 25, 2009

Souvenirs, Souvenirs! Ha! Von Johnny Halliday! Und ich dachte an Chris Howland oder Bill Ramsey! Aber klasse! Hier klicken!

Diesen Fingerring - gar nicht so leicht, als Rechtshänderin einen Ring an der rechten Hand zu fotografieren und das überbelichtetste Bild ist leider auch das schärfste - habe ich mir in Blaubeuren im "Schöne Lau Shop" gekauft. Tatsächlich, er hatte auch mal geöffnet, der Laden. Dies war nur absolut sporadisch der Fall und meist nicht, wenn ich dort vorbei kam.

Das Sortiment kam mir ein bisschen ulkig vor, es gab alles Mögliche und Unmögliche, aber nicht unsympathisch. Und Begegnungen im Urlaub können auch Souvenirs sein. ^^

Der Ladeninhaber fragte mich jedenfalls nach den Silberdrachen, den ich an diesem Tag um den Hals trug. Ob ich denn "Mittelalter und so" mögen tät. Nun, entweder spricht eine Sache mich an oder eben nicht. (Der Ring tat's. Mitten zwischen all' dem Andern...) Da ist mir eigentlich egal, unter welchem "Etikett" sie daher kommt. Es ergab sich noch ein nettes Gespräch...

Oder das alte Ehepaar vor dem Münster in Ulm, die späte Sonne genießend. Die Frau war die Tochter eines Wehrmachtssoldaten, der kurz vor dem zweiten Weltkrieg von Bochum nach Ulm versetzt wurde - für die Ulmer Kinder war die damals Achtjährige eine Art Alien. Ihr Mann, im Rollstuhl, war ein Pommernflüchtling - wie die Eltern meines Vaters.

Die Erklärbären im Münster, alles Rentner mit eigenen, interessanten Geschichten. Einem von ihnen war es sehr wichtig, mir eine ganz bestimmte Marienfigur in einem Seitenteil zu zeigen, weil sie so irdisch, erdig, weiblich daherkommt mit ihrem runden, fröhlichen Baby auf dem Arm.. Solche Marien gibt's in der Tat nicht viele.

Der schon im Blaubeuren-Post erwähnte Volvofahrer aus Düsseldorf, der mir in Urspring entgegenkam.

Der Wirt vom Café in der Blautopfmühle, der früher bei Volvo in Ulm gearbeitet hat und einen viel besseren Weg zu der Werkstatt wusste, als den, den der ADAC-Mensch mir empfohlen hatte. Bei ihm hatte ich die Ulm-Karte gekauft.

Im Badhaus der Mönche: ein junger Mann, vermutlich Student, kam in Begleitung herein und entdeckte, dass er und die Kassiererin aus zwei verschiedenen Balkanländern kommen, die früher eins waren, heute aber offiziell als verfeindet gelten. Die beiden fielen sofort in Landesprache und waren so herzlich, so erfreut miteinander, dass der Begleiter und ich uns augenblicks überflüssig fühlten. Allerdings fotografieren musste ich die beiden später noch mit seiner Kamera.

Als dann im Gegenzug er mich fotografierte, kamen wir doch noch ins Gespräch ^^.

Später erzählte die Frau von der Kasse mir, dass sie auch gern allein verreist, aber die einsamen Abende seien so schrecklich dabei. Ich verriet ihr meinen Kniff: den Tag so verbringen, dass ich am Abend nur noch müde bin und glücklich ins Bett falle ;)

Und der Service-Mitarbeiter in der Ulmer Autowerkstatt war einfach nur lecker.

Dienstag, November 24, 2009

DAS überrascht mich gerade gar nicht...

...welche Filmheldin ich bin:
Beatrix Kidow (Kill Bill) : 77%
Trinity (Matrix) : 75%
Leeloo (The fifth élément) : 73%
Ellen Ripley (Alien) : 70%
Jean Grey (Xmen) : 68%
Vivian Ward (Pretty woman) : 64%
Catherine Tramell (Basic instinct) : 63%
Michelle (American pie) : 62%
Baby (Dirty dancing) : 61%
Bridget Jones : 54%


Quelle héroïne de film es-tu ?

Nur - s' nützt nix. ^^

Freitag, November 20, 2009

Geist-Reich

Abends, kurz vor'm Einschlafen, ich, stoßseufzend:
"Ach, Schatz, alles ist relativ, oder?"
Er, beipflichtend:
"Ja, absolut!"